Liebe Freunde, Brüder und Schwestern in Christus,

das Programm unserer Gottesdienste finden Sie wie gewohnt auf unserer Internetseite, und den Kalender für die Fastentage finden Sie unter diesem Link.

Die letzte Woche des irdischen Lebens des Herrn Jesus Christus wird als „Passionswoche“ bezeichnet, was aus dem Altslawischen übersetzt „Woche der Leiden“ bedeutet. Das Leben des Erlösers näherte sich seinem Ende. Nachdem Er am Samstag seinen geliebten Freund Lazarus auferweckt hatte, machte Er sich ein letztes Mal auf den Weg nach Jerusalem, um Seine Erlösungsmission bis zum Ende zu erfüllen. Christus näherte sich demütig der Stadt auf einem Esel reitend und zeigte damit, dass Sein Reich nicht irdisch, sondern geistig ist. Die Palmzweige (oder Weidenzweige), mit denen Er von Jung und Alt an den Stadttoren empfangen wurde, symbolisierten den Sieg über Tod und Sünde sowie die Freude über das Kommen des Messias. In Bulgarien ist dieses schöne Fest auch als „Blumenfest“ bekannt und wird dieses Jahr in unserer Kirche gemeinsam mit Freunden unserer Gemeinde aus der bulgarischen Schule in Hamburg am 5. April gefeiert. 

Jeder Tag der Karwoche ist für gläubige orthodoxe Christen heilig, und deshalb hat die Kirche besondere Gottesdienste festgelegt, um den Weg Christi und sein Erlösungswerk am Kreuz zu ehren und uns so in das tiefste Geheimnis der Heilsgeschichte Gottes einzuführen. Dies sind nicht nur Erinnerungen an vergangene Ereignisse, sondern lebendige Realität, an der jeder von uns mit ganzem Herzen teilhaben soll.

pasha

6. April – Großer Montag
18:00 Uhr – Bräutigamsgottesdienst
Der Große Montag stellt uns vor das Bild des unfruchtbaren Feigenbaums. Er hat den Anschein von Leben, ist aber ohne Frucht. So bleibt auch die Seele, die sich mit äußerer Rechtschaffenheit begnügt, aber keine Liebe, Demut und Barmherzigkeit in sich trägt, vor Gott leer. Am selben Tag gedenken wir des gerechten Josef – des unschuldig Leidenden, der von seinen Brüdern verkauft wurde, aber für sie zur Rettung wurde. In ihm sehen wir ein Vorbild Christi und sind aufgerufen, den Weg der Reinheit und Treue zu wählen. 

7. April – Großer Dienstag
18:00 Uhr – Bräutigamsgottesdienst
Der Große Dienstag erinnert uns an das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Fünf von ihnen waren klug, fünf unklug. Das Öl in ihren Lampen ist ein Bild für das geistliche Leben – für Liebe, Tugenden und Gnade. Die verschlossene Tür im Evangelium (Mt 25,10) lehrt uns, dass der Moment kommt, in dem die Zeit der Buße endet. Deshalb ruft uns die Kirche heute zur Wachsamkeit auf, damit wir nicht wie die verspäteten Jungfrauen unvorbereitet sind, wenn der Bräutigam kommt. 

8. April – Großer Mittwoch
18:00 Uhr – Salbung des Herrn mit Myrrhe. Große Salbung
Der Große Mittwoch offenbart uns zwei gegensätzliche Zustände des menschlichen Herzens. Die Sünderin, die in Sünde gefallen war und im Haus des Aussätzigen Simon kostbares Öl über den Herrn goss. Damit salbte sie Ihn für das Begräbnis und beweinte Ihn, indem sie Seine Füße mit ihren Tränen wusch. Über sie sagt Jesus Christus, dass demjenigen viel vergeben wird, der zu lieben versteht. Und Judas, der dem Herrn nahe stand, fiel durch seine Geldgier ab. So offenbart die Kirche eine große Wahrheit: Nicht die Sünde vernichtet den Menschen, sondern das unbußfertige Herz.

9. April – Gründonnerstag
18:00 Uhr – Lesung der 12 Evangelien
An diesem Tag erinnert die Kirche an das letzte Abendmahl Christi mit seinen Jüngern. Am Gründonnerstag setzt Jesus Christus im Obergemach in Jerusalem während des geheimen Abendmahls das heilige Sakrament der Eucharistie ein: „Er nahm das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“ (Lk 22,19-20). Der Erlöser gibt seinen Jüngern seinen Leib und sein Blut und stiftet so die Heilige Kommunion als Sakrament der vollkommenen Vereinigung mit Gott. An diesem Abend erreicht die Liebe ihren Höhepunkt – Gott lehrt den Menschen nicht nur, sondern schenkt ihm sich selbst. Gleichzeitig beginnt der Weg zum Leiden – ein Weg der freiwilligen Opferung für die Erlösung jeder einzelnen menschlichen Seele. Bis zum heutigen Tag wird dieses heilige Sakrament in jeder Göttlichen Liturgie vollzogen, in der das dargebrachte Brot und der Wein durch das lebensspendende Wirken des Heiligen Geistes in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden. 

10. April – Karfreitag. Die heiligen Leiden des Herrn
10:00 Uhr – Königliche Stunden, Vesper mit der Prozession des Heiligen Leichentuchs
18:00 Uhr – Am Abend wird die Christoplakata gefeiert
Karfreitag ist der Tag des Kreuzes, der keine Niederlage, sondern ein Sieg der Liebe über die Sünde und den Hass ist. In der Stille vor dem Leichentuch verehren wir Christus, der alles Menschliche auf sich genommen hat, um uns alles Göttliche zu schenken. Karfreitag ist der schwerste Tag im irdischen Leben des Erlösers. Seine menschliche Natur wurde unglaublichen Schmerzen ausgesetzt, doch trotz allem betete Er für diejenigen, die Ihn ans Kreuz nagelten, mit den Worten: „Vater! Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Durch das Kreuz erreicht der Herr die dunkelsten Orte des Universums, an denen Gott bis zu diesem Zeitpunkt nicht gegenwärtig war – um die Verlorenen von Adam bis heute zu retten. 

11. April – Karsamstag
23:00 Uhr – Mitternachtsgottesdienst
24:00 Uhr – Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! Orthos 
Der Karsamstag ist ein Tag tiefer Stille und Hoffnung. Christus ruht mit seinem Leib im Grab, doch mit seiner Seele steigt er hinab in die Hölle, um deren Macht zu zerstören und die Gefangenen zu befreien. Das ist das Geheimnis des Schweigens Gottes – wenn alles verloren scheint, vollzieht sich das größte Werk der Erlösung. Der Karsamstag markiert das Ende der Fastenzeit mit der freudigsten Botschaft von der Erfüllung der Heilsmission. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16). Das fleischgewordene Wort Gottes lag im Grab in menschlichem Fleisch, war mit Seiner Seele als Gott in der Hölle, nahm den Räuber am Kreuz in den Himmel auf und setzte sich zusammen mit dem Vater auf den Thron und erfüllte so das gesamte Universum mit Seiner Barmherzigkeit und Menschenliebe.

12. April – Auferstehung Christi. Ostern
10:00 Uhr – Ostern-Heilige Liturgie
11:30 Uhr – Heilige Kommunion
12:30 Uhr – Segnung des Oster-Pasha 

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! 

Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos
(1 Kor 15,14).
Die Bulgarische Orthodoxe Kirchengemeinde „Die Heiligen Kyrill und Methodius“ in Hamburg wünscht Ihnen eine segensreiche und erretende Fastenzeit!