Liebe Freunde, Brüder und Schwestern in Christus,
das Programm unserer Gottesdienste finden Sie wie gewohnt auf unserer Internetseite, und den Kalender für die Fastentage finden Sie unter diesem Link.
In den kommenden Wochen der Fastenzeit ruft die orthodoxe Kirche ihre Gläubigen zur Nächstenliebe auf, indem sie während der Göttlichen Liturgie in unserer Kirche die für diese Zeit typischen Evangelienlesungen vorträgt. Ihre Auslegung ist sowohl in der Heiligen Schrift von Jesus Christus selbst als auch in den Werken der Heiligen Väter und den Beschlüssen der Ökumenischen Konzile dargelegt.
Der erste Sonntag – Fest der Orthodoxie – erinnert an die Wiederherstellung der Ikonenverehrung im Jahr 843 unter Kaiserin Theodora. Am 1. März um 17:00 Uhr findet anlässlich des Festes die traditionelle Allorthodoxe Vesper in Hamburg statt, die dieses Jahr von der russisch-orthodoxen Kirche „Hl. Johannes von Kronstadt“ ausgerichtet wird. Die Hauptmotive für dieses Fest sind die dogmatischen Beschlüsse des Siebten Ökumenischen Konzils, die bestätigen, dass die Verehrung der Ikone dem Urbild gilt und nicht der Ikone selbst. Das heißt, der Gläubige verehrt nicht das Holz und die Farben, sondern den dargestellten Christus, die Gottesmutter oder den Heiligen. Der heilige Johannes von Damaskus verteidigt in seinen „Worten gegen die Ikonoklasten“ die Ikonen mit dem Argument der Menschwerdung und sagt, dass Gott vor Christus unsichtbar und unvorstellbar war, aber nachdem der Sohn Gottes menschliches Fleisch angenommen hat, kann er dargestellt werden. So spricht er, dass die Ablehnung der Ikonen eine indirekte Leugnung der tatsächlichen Menschwerdung sei. Die Heiligen Väter lehren, dass die Heiligen keine Mittler anstelle Christi sind, sondern mit uns in der Einheit der Kirche beten. So bezeugt der heilige Basilius der Große, dass die Verehrung der Märtyrer eine alte Praxis ist und die Gläubigen ihre Fürsprache im Gebet suchen, weil sie vor Gott Freimütigkeit haben, wie auch der heilige Johannes Chrysostomos bekräftigt.
Der zweite Sonntag ist Grigorios Palamas gewidmet. In seinem Werk „Triaden“ formuliert er die Lehre über den Unterschied zwischen Gottes Wesen und Seinen Energien, durch die der Mensch tatsächlich am Leben Gottes teilhat. Diese Lehre offenbart den tiefen Sinn des Fastens – nicht nur als moralische Anstrengung, sondern als Weg zur Vergöttlichung durch die Gnade. Nach seiner Lehre ist Gott in seinem Wesen unbegreiflich, aber der Mensch kann tatsächlich an seinen ungeschaffenen Energien teilhaben. Durch die Reinigung des Geistes, seine Vereinigung mit dem Herzen und unaufhörliches Gebet werden Hesychia und Vergöttlichung erreicht, wobei die Erlösung in der Synergie zwischen Gottes Gnade und dem freien Willen des Menschen verwirklicht wird.
Der dritte Sonntag – Kreuzverehrung – lenkt die Aufmerksamkeit des Gläubigen auf das Kreuz als Quelle der Kraft inmitten der Fastenzeit. Der heilige Johannes Chrysostomos nennt das Kreuz in seinen Worten „Zeichen des Sieges“, weil Christus durch ihn den Tod besiegt. So wird die Fastenzeit als Teilhabe an diesem Sieg durch Demut und aufopfernde Liebe zu Gott und den Mitmenschen verstanden.
Der vierte Sonntag ist Johannes Klimakos gewidmet. In seinem Werk „Die Leiter” beschreibt er das spirituelle Leben als Aufstieg über dreißig Stufen – von der Abkehr von den Leidenschaften bis zur vollkommenen Liebe. Dieses Bild zeigt, dass die Fastenzeit eine Zeit der konkreten inneren Arbeit und des allmählichen spirituellen Wachstums ist. Die Grundidee ist, dass spirituelles Wachstum ständiges Streben, Nüchternheit und Gottes Gnade erfordert. Der Gipfel dieses spirituellen Weges ist die Liebe, die laut dem Autor die vollkommene Vereinigung mit Gott ist. „Die Leiter“ wird besonders während der Fastenzeit gelesen und ist ein spiritueller Leitfaden für Buße, innere Reinigung und das Erlangen von Tugenden.
Der fünfte Sonntag gedenkt Maria von Ägypten. Ihr Leben, beschrieben von Sophronius von Jerusalem in „Das Leben der heiligen Maria von Ägypten“, bezeugt, dass aufrichtige Buße selbst den tiefsten Fall in Heiligkeit verwandeln kann. Dieses Beispiel bestätigt die Hoffnung, dass Gottes Gnade jede Sünde übertrifft.
In diesem Monat fällt das Fest der Verkündigung auf die fünfte Woche der Fastenzeit. Er hat seinen Ursprung im Lukasevangelium (Lukas 1,26–38), wo die Erscheinung des Erzengels Gabriel vor der Heiligen Jungfrau Maria beschrieben wird. Die Heiligen Väter, darunter Athanasius der Große, drücken die Bedeutung dieses Ereignisses mit den Worten aus: „Gott wurde Mensch, damit der Mensch durch Gnade Gott werde.“ Die Verkündigung offenbart den Beginn der Erlösung durch die freie Zustimmung des Menschen zum Willen Gottes in der Gestalt der neuen Eva – der Mutter Gottes.
Die Bulgarische Orthodoxe Kirchengemeinde „Die Heiligen Kyrill und Methodius“ in Hamburg wünscht Ihnen eine segensreiche und erretende Fastenzeit!